Sterne

Wenn es dunkel genug ist, kannst du die Sterne sehen.

Ich bin ja persönlich ein großer Fan des Sternenhimmels. Was gibt es Erhabeneres, als in einer klaren dunklen Nacht hinauf zu den Sternen zu blicken, die Milchstraße zu bewundern und sich in Anbetracht dieser Schönheit bewusst zu machen, dass man selbst auch ein winziger Teil dieses faszinierenden Universums ist?

Alle Probleme und Alltagssorgen verblassen für mich in solchen Momenten und ich bin einfach erfüllt von dem Gefühl, dass es so viel größere und bedeutendere Dinge gibt als meine kleinen Sorgen, Ängste und Grübeleien, die ich noch kurz zuvor für das Wichtigste auf der Welt gehalten habe.

Kennst du dieses Gefühl auch?

Kürzlich bin ich über dieses Zitat des Philosophen und Schriftstellers Ralph Waldo Emerson gestolpert:

Wenn es dunkel genug ist, kannst du die Sterne sehen.

Ich weiß nicht, in welchem Zusammenhang Herr Emerson das gesagt hat, aber ich bin ziemlich sicher, dass er damit nicht nur die offensichtlich zutreffende Tatsache meinte, dass die Nacht möglichst dunkel sein muss, damit der Sternenhimmel gut zu sehen ist. Jeder, der in Großstadt wohnt, kennt das Problem. Wie viel großartiger ist der Nachthimmel in unbeleuchteter Natur, möglichst abgelegen von aller Zivilisation?

Nein, ich denke, dieses Zitat geht deutlich tiefer.

Jeder, der schon mal eine Krise durchlebt hat oder dem es in irgendeiner Art und Weise sehr schlecht ging, kennt dieses Phänomen wahrscheinlich. Wir sind an einem absoluten Tiefpunkt angelangt und alles erscheint völlig sinn- und ausweglos. Wir sitzen quasi allein im Dunkeln.

Solange es uns gut geht und alles seinen gewohnten Gang geht, nehmen wir oftmals vieles für selbstverständlich. Unsere Gesundheit, Partnerschaft, Familie, Freunde, Job – erst wenn irgendetwas aus den Fugen gerät, wissen wir zu schätzen, was wir haben oder hatten.

Wie auch schon der Philosoph und Schriftsteller Albert Camus feststellte:

„Ohne Schatten gibt es kein Licht, man muss auch die Nacht kennen lernen.“

Dieses Zitat geht in eine ganz ähnliche Richtung wie das von Emerson.

Trivial könnte man auch sagen, dass es das Gute ohne das Schlechte nicht geben kann.

Erst wenn wir schwierige Zeiten durchmachen und es um uns herum dunkel ist, können wir erkennen, wo das Licht ist. Wer steht zu uns, wenn wir nicht mehr fröhlich sind? Wer glaubt an uns, wenn wir selbst den Glauben an uns verloren haben? Was gibt uns Kraft, wenn ansonsten alles sinnlos erscheint?

Welche Sterne zeigen sich uns in der Dunkelheit? Das können bestimmte Menschen sein, es können aber auch eigene Träume, Ziele oder Ideen sein. Vielleicht erkennst du an deinem Tiefpunkt erst, was dir wirklich wichtig ist im Leben, wo dein Weg dich hinführen soll und was du dir für die Zukunft wünschst.

Ohne Dunkelheit kann nichts aus dem Schatten treten. Alles bleibt in gleichmäßiges Grau gehüllt. Grau muss nicht unbedingt schlecht sein – aber es bringt dich meistens nicht weiter. Eine Krise kann immer auch eine Chance sein. Wir erkennen so viel leichter, wer wir sind und wer wir sein wollen.

Hast du auch schon mal eine solche Erfahrung gemacht?

Was hältst du von dem Zitat? Schreibe einen Kommentar und teile deine Gedanken mit uns! Ich freue mich auf einen Austausch!

Und ach ja: Um auf den Anfang zurück zu kommen: Magst du den Sternenhimmel genauso gern wie ich? :)

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