Du willst dein Leben ändern? – Warum Neujahrsvorsätze dazu nur bedingt geeignet sind

Das neue Jahr ist gerade erst ein paar Tage alt. Hast du an Silvester auch ein paar gute Vorsätze gefasst? Und – wie sieht es aus? Hast du schon das Handtuch geschmissen oder bist du noch dabei?

Warum scheitern wir so oft mit unseren guten Vorsätzen?

Das Problem an Neujahrsvorsätzen ist ja meistens, dass sie nicht besonders lange anhalten. Aber warum ist das eigentlich so?

Schuld daran ist unter anderem schlicht das Datum! Der Jahreswechsel „zwingt“ dich quasi aufgrund der Tradition, irgendwelche guten Vorsätze zu fassen. Fast jeder macht das in irgendeiner Form, selbst wenn es nur der flüchtige Gedanke ist, dass man sich nichts vornehmen will. Und gleichzeitig denkt man dann eben doch daran, dass man ja vielleicht etwas mehr Sport treiben könnte oder weniger Süßkram essen sollte…

Tatsache ist aber: Wahrscheinlich hättest du dir gar keinen Vorsatz gefasst, wenn nicht gerade zufällig Silvester gewesen wäre! Die Motivation zur Veränderung kommt also gar nicht wirklich von innen, sie ist im Wesentlichen von außen durch das Datum veranlasst. Sobald ein paar Wochen ins Land gezogen sind, werden die meisten Vorsätze daher auch schnell wieder vergessen. Denn mal Hand aufs Herz: Wie viele deiner Vorhaben vom letzten Jahr hast du wirklich umgesetzt?

Wünsche vs Ziele

Ein weiteres „Problem“ der Neujahrsvorsätze: Meistens handelt es sich dabei um Wünsche in dem Sinne von „Ich hätte gerne, dass Zustand x bereits eingetreten ist“. Dass man dazu in der Regel aber etwas machen muss, wird bei den Vorsätzen meistens nicht zu Ende gedacht. Natürlich wäre es schön, wenn wir plötzlich 10 kg weniger wiegen würden, wenn wir Nichtraucher wären, wenn wir fit und sportlich wären. Aber das passiert ja leider nicht einfach nur dadurch, dass wir es gerne hätten.

Oder wir nehmen uns Dinge vor, bei denen wir eigentlich gar keine Ahnung haben, wie wir das konkret umsetzen wollen. Das können große Vorsätze sein wie „Job kündigen und was ganz Neues machen“ oder übliche Klassiker wie „mehr Zeit für die Familie, Freunde, sich selbst haben“. Vornehmen kann man sich das schnell – aber wie ist das realistisch umsetzbar? Manche Vorhaben können sich dabei sogar gegenseitig widersprechen. Die Neujahrsvorsätze sind oft einfach ein Sammelsurium von allem, was man irgendwie gut fände. Es sind Wünsche – keine wirklichen definierten Ziele. Dass das dann in der Umsetzung meistens nicht klappt, ist kein Wunder.

Sind Neujahrsvorsätze sinnvoll?

Neujahrvorsätze können manchmal sogar richtig kontraproduktiv sein! Wenn du über Jahre die Erfahrung machst, dass du es sowieso nicht schafft, die guten Vorsätze durchzuhalten, können sich daraus schnell negative Glaubenssätze entwickeln und sich tief in dir festsetzen. Dann bist du irgendwann davon überzeugt, dass du „es ja sowieso nicht schaffst“. Und zwar nicht nur bei deinen Neujahrvorsätzen, sondern allgemein in Bezug auf das Erreichen von Zielen und Träumen. So kannst du durch die Tradition der Neujahrvorsätze mit der Zeit tatsächlich den Glauben an dich selbst verlieren.

Trotzdem kann der Jahreswechsel natürlich auch ein guter Anlass sein, einmal wirklich ernsthaft in sich zu gehen. Wenn du an der Neujahrstradition der guten Vorsätze festhalten möchtest, pack die Gelegenheit beim Schopfe und gehe das Ganze richtig an!

Mach dir einen konkreten Plan!

Es reicht also nicht, einfach alle möglichen Wünsche im Geist aufzuzählen und es dabei dann zu belassen. Es muss ein konkreter Plan her!

Du kannst durchaus erst einmal wild sammeln, was dir alles einfällt. Egal, wie groß oder klein die Veränderungswünsche auch sein mögen. Da kann von „ich will meine Oma öfters besuchen“ über „endlich meinen ersten Roman schreiben“ bis zu „ein Haus kaufen“ alles dabei sein. Aber dann solltest du weiter ins Detail gehen. Sortiere im nächsten Schritt alle Wünsche und setze Prioritäten. Was davon ist dir wie wichtig? Was wäre „zwar schön, wenn es so wäre, aber nicht absolutes MUSS“? Die zentrale Frage ist: Was willst du wirklich?

Wähle jetzt aus deiner Prioritätenliste zwei oder drei Punkte aus. Vielleicht lassen sich manche Wünsche ja sogar miteinander verbinden? Zum Beispiel „mehr Sport machen“ und „mehr Zeit mit Freunden verbringen“: Möglicherweise kannst du ja zusammen mit einem Freund oder einer Freundin Sport machen? Das motiviert außerdem sogar noch zusätzlich.

Generell solltest du insbesondere nicht zu viele große Vorsätze auf einmal angehen. Hier ist weniger eindeutig mehr! Deine Zeit und Energie sind nicht unbegrenzt. Je wichtiger und komplexer etwas ist, umso besser ist es, wenn du dich möglichst um nicht zu viele andere „Baustellen“ kümmern musst.

Ziele formulieren

Jetzt kommt aber der wichtigste Schritt:  Mach aus den Wünschen und Vorsätzen konkrete Ziele!

Wie kannst du Ziele aber so setzen, dass du sie auch wirklich erreichst? Dazu gibt es ein paar Orientierungspunkte, die du bei deinen Zielformulierungen berücksichtigen kannst:

  • Konkret und präzise

    Statt einem vagen „Ich will mehr Sport machen“ formulierst du so konkret wie möglich: „Ich will jeden Dienstag und Donnerstag ins Fitnessstudio gehen und außerdem jeden Tag, an dem es nicht regnet, mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Statt Rolltreppe und Fahrtsuhl nehme ich künftig die Treppe.“

  • Kontrollierbar und messbar

    Du musst überprüfen können, ob du ein Ziel tatsächlich erreicht hast. So kannst du auch regelmäßig einen Soll-Ist-Abgleich machen. Bist du wirklich jeden Dienstag und Donnerstag ins Fitnessstudio gegangen? Hast du jeden Monat wie geplant 1 kg abgenommen?

  • Positiv und konstruktiv

    Belaste dich nicht mit negativen Formulierungen! Sage, was du WILLST, nicht was du NICHT WILLST!

  • Realistisch

    Überfordere dich nicht! Achte darauf, dass das Ziel überhaupt realistisch erreichbar ist. Sonst sind Frust und Enttäuschung vorprogrammiert. Also statt „Ich will in den nächsten 6 Wochen 20 kg abnehmen“ (=unrealistisch), formulierst du besser „Ich will insgesamt 20 kg abnehmen. Mein Ziel ist, jeden Monat 1 kg Gewicht zu verlieren.“

  • Terminiert

    Setze dir ein konkretes Datum, bis wann du dein Ziel erreicht haben willst. Wenn es sehr langfristige Ziele sind, bietet es sich an, Zwischenziele zu setzen und diese zu terminieren.

  • Selbstbestimmt erreichbar

    Setze dir nur Ziele, die nicht von anderen Menschen oder Umständen abhängig sind. Die Zielerreichung muss in deiner eigenen Hand liegen. Sonst ist es nur ein Wunsch – kein Ziel!

  • Eigene Motivation

    Prüfe genau: Willst wirklich DU dieses Ziel erreichen? Oder willst du es womöglich nur jemand anderem Recht machen? Je mehr du etwas wirklich selbst willst, umso leichter wirst du es auch erreichen.

  • Keine Zielkonflikte

    Deine einzelnen Ziele dürfen nicht miteinander im Konflikt stehen. Falls dies der Fall sein sollte, musst du Prioritäten setzen und noch einmal in dich gehen, was du wirklich willst.

  • Schriftlich festhalten

    Am besten hältst du deine Ziele schriftlich fest. Du kannst sie dir auch an die Wand pinnen oder dir hübsche Postkarten kaufen, die deine Ziele abbilden und für dich symbolisieren. So kannst du dich jeden Tag neu motivieren.

So klappt es dann auch künftig mit deinen Neujahrsvorsätzen! Und natürlich kannst du auch an jedem anderen Tag im Jahr mit neuen Zielen durchstarten. Ob zu Silvester oder mitten im Sommer – du kannst jederzeit beschließen, etwas in deinem Leben zu verändern. Du musst es nur wirklich wollen und dann auch konkret angehen und umsetzen.

Wie sieht es bei dir aus?

Hast du Vorsätze für das neue Jahr? Macht es für dich einen Unterschied, ob gerade ein neues Jahr beginnt oder setzt du dir auch mitten im Jahr neue Ziele? Fällt es dir leicht, deine Vorsätze und Ziele dann auch zu erreichen?

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